Alexandra Szihn

Handsemmel versus Maschinensemmel

Handsemmel versus Maschinensemmel


Was ist der Unterschied zwischen Handsemmel und maschinenhergestellter Semmel oder – ist Semmel denn nicht gleich Semmel?

Eines vorweg: Semmel ist definitiv nicht gleich Semmel! Schon allein beim Recherchieren nach dem Namen habe ich festgestellt, dass es viele unterschiedliche Bezeichnungen zur Semmel gibt. In Österreich wird die Semmel allgemein auch Kaisersemmel genannt. Diese kann sowohl maschinell also auch traditionell von Hand hergestellt sein. Und nur die Wiener Kaisersemmel ist die uns wohlbekannte Handsemmel - ein herrlich resches Gebäck mit goldbrauner Kruste und flaumiger Krume, das köstlich duftet und jedes Frühstück zu einer wahrlich kaiserlichen Mahlzeit werden lässt. 

Woher der Name stammt, konnte noch immer nicht exakt eruiert werden. Eine Vermutung ist, dass ein Wiener Bäcker namens Kayser dieses Produkt 1750 erfunden haben soll, eine andere Geschichte erzählt, dass sie zu Ehren Kaiser Franz Joseph I. so genannt wurde. Aber unabhängig von der Namensherleitung war sie angeblich des Kaisers liebstes Gebäck und enthielt daher nur die besten Zutaten. So verwenden wir bei Szihn für unsere Wiener Kaisersemmel nur Weizenmehl, bestes Wiener Leitungswasser, Vollmilch, Backhefe, Natursole, Butter, Malzmehl und Rapsöl. Früher wurde auch noch Schmalz zugefügt, dieses haben wir aus Rücksicht auf moderne Essgewohnheiten durch beste österreichische Butter und Rapsöl ersetzt. Im Gegensatz dazu enthält eine Maschinensemmel in den meisten Fällen nur Weizenmehl, Wasser, Salz, Backhefe und Fett. Wir fügen unserer maschinell hergestellten Semmel noch ein Keimmehl bei, um das Gebäck flaumiger zu machen. 

Nicht nur Rohstoffe machen den Unterschied, sondern auch die Herstellung. Während die Maschin-, Bäcker- oder einfach nur „Semmel" mit der Maschine geteilt, gewirkt und gestanzt wird, erfolgt bei der Wiener Kaisersemmel jeder Arbeitsschritt mit der Hand. Angeblich macht ein Bäcker ja erst nach 1.000 Handsemmeln die perfekte Wiener Kaisersemmel. Im Schnitt kann ein Bäckergeselle ? Handsemmeln pro Minute machen. Das bedarf also einiger Übung!

​Schauen Sie unseren Bäckern beim Handsemmel klopfen zu

Wer Zeit und Lust hat, kann unseren Bäckern von Montag bis Samstag in der Szihn Handwerkstatt beim Semmel klopfen zuschauen und auch Fragen stellen. Der Ausdruck Semmel klopfen leitet sich übrigens vom Geräusch ab, das beim Formen der Handsemmel entsteht.

Wie essen Sie Ihre Semmel

Ich bevorzuge bei der Semmel die knusprige Kruste und es ist eine schöne Kindheitserinnerung, wie ich diese von meiner Mutter stets halbiert bekam, die Krume (Semmel-Innenteil) entfernte und nur die Kruste genüsslich verspeiste. Kein Wunder, dass ich mir den einen oder anderen bösen Blick am Frühstückstisch einhandelte. Übrigens: diese Art des Semmelessens wäre bei einer Maschinsemmel kaum mehr möglich. Seit wir in unserer Bäckerei die Wiener Kaisersemmel wiederentdeckt haben, kommt mir keine andere Semmel mehr auf den Tisch. Meine Kinder haben nun auch wieder eine spezielle Methode des Semmelverzehrs – sie drehen nämlich die Krume heraus und lassen die Kruste stehen. Und so bekommt jeder, was sie oder er gerne möchte! Wie essen Sie Ihre Semmel? Schreiben Sie mir doch Ihre Präferenzen an Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!

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