Alexandra Szihn

Was tun mit altem Brot und Gebäck? Unsere Initiativen zur Vermeidung von Lebensmittelmüll

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Eine FAO-Studie schätzt, dass von der weltweiten Lebensmittelproduktion rund ein Drittel der genießbaren Bestandteile weggeworfen werden. In Österreich fallen laut einer aktuellen Studie des Ökologie-Instituts jährlich 760.000 Tonnen Lebensmittelabfälle und -verluste pro Jahr an. Gut die Hälfte davon gilt als potentiell vermeidbar.

Wir haben uns schon vor langer Zeit die Frage gestellt: Welchen Beitrag können wir hier als Bäckerei leisten?

Backen bis zum Filialschluss?

Würde man die Regale der Filialen so auffüllen, dass sie abends leer wären, würde das Rohstoffe, Energie und Arbeitszeit sparen. Mit dem steigenden Backangebot der Supermärkte geht einher, dass Konsumentinnen und Konsumenten bis abends frisch aufgebackene Ware kaufen können und das erhöht den Druck für die Bäckereien, hier mitzuhalten. 

Wir haben uns vor einiger Zeit dazu entschlossen, kein Brot und Gebäck mehr über Supermärkte zu verkaufen. Neben den zusätzlichen Kosten für den Rückkauf der unverkauften Ware, sahen wir uns mit der Entsorgung des teils beträchtlichen Lebensmittelmülls konfrontiert. Das ließ sich schließlich nicht mehr mit unserer Firmenphilosophie vereinbaren, die auf einem nachhaltigen Umgang mit Lebensmitteln fußt. Nun verkaufen wir unsere Waren nur mehr über unsere Filialen und können dadurch die Retourwaren aufgrund einer täglichen Mengenanpassung im Rahmen halten.

Was machen wir mit dem übrig gebliebenem Altbrot?

Zuerst sortieren wir die nicht verkauften Waren in Semmeln und Weißbrot, Normalbrot und Mehlspeisen. Semmeln und Weißbrot werden getrocknet und danach zu Semmelwürfeln und Bröseln verarbeitet, die besonders bei Heurigen-Betreibern beliebt sind, die daraus ihre Knödel machen oder Schnitzel panieren. Dass daraus weit geschmackvollere Speisen gezaubert werden können, als es mit Industrieware möglich wäre, mag jetzt wohl keine Überraschung sein!

Unsere Normalbrote werden dem Sauerteig zugesetzt oder zu Brotbröseln verarbeitet, die im Dampfl beim Tiroler Vinschgauer eingesetzt werden. Diese Zugabe führt dazu, dass noch mehr Wasser im Brot gebunden wird und dieses dadurch auch saftiger wird. Aus ausgesuchten Mehlspeisen schließlich, wie zum Beispiel dem Butter- oder Briocheskipferl, stellen wir süße Brösel für unseren Apfelstrudel her.

Abgesehen davon holen sich karitative Organisationen, wie zum Beispiel der Samariterbund, mehrmals pro Woche Ware vom Vortag und verteilen diese an sozial benachteiligte Menschen. Der verbleibende Rest schließlich wird von der Assmannmühle abgeholt, die das Altgebäck nach mehreren Sortiervorgängen zu Tierfutter verarbeitet.

Alles zum halben Preis beim Pilotprojekt in der Filiale Gersthof

… und nachdem wir immer noch Potenzial in der Reduzierung der Retourware unserer Filialen sehen, haben wir vor kurzem ein Pilotprojekt gestartet. In der Filiale am Gersthofer Platzl im 18. Bezirk verkaufen wir nun ab 15 Minuten vor Geschäftsschluss alle Brot- und Backwaren um die Hälfte*.

*Ausgenommen Getränke und verpackte Ware. Nicht gültig für Bestellungen. Aktion gültig, solange der Vorrat reicht.

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